Kevin Devine in Münster

Nach zahlreichen Aufrufen, ob doch vielleicht jemand mit mir einen meiner absoluten Lieblingskünstler in Aktion erleben wolle, stand ich gestern immer noch ohne Begleitung da.
Da ich meine Großeltern in der Gegend besucht hatte, entschloss ich mich dann recht spontan, alleine nach Münster zu fahren, um zu Kevin Devine’s Gig im amp zu sehen.

Das amp in Münster liegt unweit des Hauptbahnhofs, in einer kleinen Straße zwischen den Bahnschienen. Und ist erstmal gar nicht so einfach zu finden: kein Schild, nichts, nur eine unbedruckte Eisentür, die in einen Keller führt. Zum Glück bin ich hier im Februar mit meinem Freund schon einmal da gewesen – damals sind wir nur fündig geworden, nachdem wir im Billardsalon nebenan nachgefragt hatten.
Also: Kellerclub. Und sieht aus wie das Wohnzimmer zu Hause. Teppiche, Sofas, Sessel – auch auf der Bühne.

Kevin hat hier in den letzten Jahren fünf Mal gespielt, das letzte Mal an meinem Geburtstag (wie gesagt: im Februar).
Und wie er spielt! Er ist so in seinen eigenen Songs drin, dass man meint, er ist sich unserer Gegenwart nicht bewusst. Er singt um zu singen.

Zwischen seinen Songs quatschte er mit uns wie unter Freunden – mehr als etwa 50 Freunde seiner Musik passen in das amp ja auch gar nicht rein -, diskutierte (auf Anfrage) auf die Ölkatastrophe von BP, erzählte wie er sich auf dem Weg zum Konzert mal eben um 200km verfahren hatte, weil ihm niemand gesagt hatte, was der Unterschied zwischen Münster (Westfalen) und Munster (Örtze) ist.

Er spielte nicht nur seine eigenen Songs, sondern auch Elliot Smith’s Say Yes, und ließ in einem Stück unauffällig einige Zeilen von Modest Mouse’s 3rd Planet einfließen.

Nach der Show huschte ich schnell zum Merchandise Stand – mein Zug ging in 10 Minuten – und wartete auf Kevin, der seine Alben und T-Shirts dort selbst verkauft, um noch mit seinen Fans reden zu können.
Er erinnerte sich noch an mich von Februar, als er für mich Happy Birthday spielte, umarmte mich und signierte mir die CD, die ich bei ihm kaufte.

Kevin ist für mich einer der größten Musiker überhaupt, denen es noch tatsächlich um die Musik geht, und um neue Freunde zu gewinnen.

Die CD, die ich gekauft hab, war übrigens sein drittes Album „Split the Country, Split the Streets“, auf dem Jesse Lacey, Frontman von Brand New, einige Songs mitsingt.

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2 Responses to Kevin Devine in Münster

  1. Carry says:

    Schade, dass niemand mitgekommen ist, aber schön, dass du doch gefahren bist 🙂 Scheint ja ein super Abend gewesen zu sein!

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