Mac & Cheese oder: Yum, Instant Plastic!

Unser Supermarkt um die Ecke hat seit ein paar Wochen ein ganzes (riesiges) Regal mit „ausländischen Spezialitäten“, will sagen: Original Importen. Ein Teil Englisch, ein Teil Amerikanisch, eins Polnisch, ich glaube ein paar arabische Sachen waren auch dabei. An sich sahen die Scones Backmischung und das Custardpulver im englischen Regal ganz verlockend aus, allerdings mag ich keine Backmischungen und… Custard in Pulverform hat mich auch nicht unbedingt gereizt. Viel schlimmer, aber dafür meine Neugier kitzelnd war dafür meine Wahl aus dem amerikanischen Teil: Instant Macaroni & Cheese!

Wer sich ein kleines bisschen mit der amerikanischen Esskultur auskennt, weiß das Mac&Cheese als „das“ Klischee-Essen für überarbeitete, hungrige und faule Studenten gilt. Instantzeugs habe ich schon vor einer ganzen Weile den Rücken gekehrt, aber hey, wie gesagt, Neugier besiegt fast alles.
Heute abend habe ich mich also mal rangetraut.

Die Packungsanleitungen könnten einfacher nicht sein: Wasser kochen, salzen, Nudeln rein, Nudeln abtropfen, zurück in den Topf, Instantzeug und je ¼ cup Butter und Milch dazugeben, gut verrühren und genießen essen.

Na, dann wollen wir doch mal schauen…

Ein Blick in die Packung. Na nu, Nudeln? Lose? Nicht noch extra abgepackt (Miracoli lässt grüßen)? Oh GOTT. Haha. Naja.
Also gut, Wasser kocht, Panik ist ausgebrochen, weil der Meisterköchin eingefallen ist, dass wir fast kein Salz mehr haben, also ist alles bereit für das durchaus heiße Bad für die Macaroni (übrigens ganz schön klein im Vergleich zu ihren deutschen, italienischen, ?? Verwandten von Barilla).

Man nehme Acht auf die unglaublich präzise Zeitangabe von „7-10 Minuten, oder bis die Nudeln weich sind“ und stelle die Eieruhr auf ca. 6,5. Aufgepasst: „oder bis sie weich sind“ heißt in diesem Fall ca. 5 Minuten (höchstens), da sie bei Klingeln der Uhr schon schööön matschig waren.


Dieses Meisterwerk eines überbelichteten ¼ Cups Butter steht jetzt mal stellvertretend für „Nudeln abtropfen, Butter und Milch hinzufügen“.

Uahhh. Spätestens hier hat’s mich geschüttelt. Was ich nicht alles für meine Leser tue! (Achja? Das hab ich alles nur gemacht, um euch davon berichten zu können? Ähh… ja… JA! Natürlich! So war das! Genau so!)
Instant Käsepulver. Wollen wir wetten, dass dabei kein einziges Pulverkörnchen natürlich ist?

Und das Endprodukt darf natürlich auch nicht fehlen…


Mmmmh, yummy!! … nicht. Also, jetzt mal Spaß beiseite, ich bin zwar manchmal ein bisschen wählerisch, was mir überhaupt erst auf den Tisch kommt, aber ich esse eigentlich alles auf, egal wie komisch es schmeckt. Auch diesen Teller Mac & Cheese habe ich tapfer aufgegessen, ab dem dritten Bissen etwa ist mir das aber arschschwer gefallen.
Sowas grausiges habe ich echt schon lange nicht mehr gehabt. Vielleicht, vielleicht war einfach diese Marke Mac & Cheese doof – ich möchte wetten, in den USA gibt es von jedem größeren Lebensmittelkonzern irgendeine Instantpackung Mac &  Cheese. Aber ich würde mich da garantiert nicht freiwillig durchprobieren. Bin ja eh fein raus, hier kriege ich es eh nicht, HAH!

Und wisst ihr was? Selbstgemachtes Macaroni & Cheese (original italienisch übrigens „Maccheroni„, wie ich vor einer Minute gelernt habe) geht auch schnell. Zwei Minuten mehr, und man kriegt ein (immer noch ungesundes) Gericht hin, das nicht nach Plastik schmeckt!

Noch was:
Auf der Packung steht außerdem der Warnhinweis, dass zwei der Farbstoffe im Käsepulver (also der überflüssigste Zusatz überhaupt) die „Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen [kann].“ Nuff said.

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