London Called. I Answered.

Woah, was. Wie, ich bin schon seit sechs Wochen hier und habe immer noch nicht gebloggt? Ähh, ähm, ja, also… ‚tschuldigung.

Was mache ich hier? Studieren. Für ein Jahr. Wo? In East London? Warum? Weil ich es kann!
Ich bin (erst?) in meinem zweiten Studienjahr, aber ich wollte unbedingt nach England, also hab ich Erasmus beiseite gelassen und das Ganze selbst auf die Beine gestellt, und hier bin ich nun.

Das Studium gefällt mir sehr gut, aber zurzeit hat mich die mir übliche Herbst-Lethargie erwischt, sodass ich nicht besonders viel unternommen habe – bisher!
In der ersten Woche ging es zur Westminster Abbey. £13 für den Eintritt, autsch. Wunderschön, allerdings. Wobei ich sagen muss, solange sie für Touristen geöffnet ist, ist sie weniger Atem beraubend als man meinen möchte. Viele Menschen, viele Geräusche, viel „Tourismus“. Wir sind allerdings für die Abendandacht geblieben, die jeder (ohne Kosten) besuchen kann. Zu diesem Zeitpunkt war die Abbey leergepustet und die Größe konnte wirken. Die Andacht selbst war auch wunderschön.

Fotos waren in der Kirche selbst nicht erlaubt, also mussten wir uns mit dem Hinterhof begnügen. Schön genug war der aber auch.

Und, naja. Ich weiß ja, dass Westminster Abbey die Kirche ist, in der die meisten britischen Monarchen gekrönt wurden, geheiratet haben, und begraben sind. Ich hab dem Audio Guide munter zugehört, als er über die Gräber von diversen Henrys und Edwards geredet hat. Und immer noch nicht begriffen, dass das auch bedeutete, dass das Grab von Elizabeth der I., AKA meine Lieblingskönigin, AKA Rieseninspiration für mich in der Abbey sein würde. Als ich dann von dem Audiogerät angeleitet wurde, „nach links zum Grab von Elizabeth I. zu gehen“, war das mein Stichwort für Pipi in den Augen.

An einem anderen Tag war ich dann im Natural History Museum. Das Beste an Londoner Museen – und ich glaube britischen Museen im Allgemeinen? – ist, dass die wenigsten Eintritt verlangen, abgesehen von Special Exhibitions. Kultur für lau! Und da ich ja Dinos über (fast) alles liebe, musste natürlich das NHM herhalten.

Um ehrlich zu sein: es ist zwar unterhaltsam, groß, und schon irgendwie cool, aber gerade der Dinosaurierteil ist etwas enttäuschend. Es ist atmosphärisch abgedunkelt, um ach-so-gruselig zu sein, und man wird auf eine Brücke gelotst. Diese Brücke führt über den „kleineren“ Teil der Dinosaurierausstellung, sprich kleine Fundstücke wie Klauen, Eier, etc., und links und rechts von der Brücke sind die Skelette der großen Dinosaurier an Seilen aufgehängt.  Ich mag meine Dinos lieber erreichbar, fast zum Anfassen (aber eben nur fast) und zum Davor-Stehen-und-Fotos-machen. Siehe Säbelzahntiger oben.

Außerdem fand ich nicht besonders viel zum Thema Anthropologie, sprich Geschichte des Menschen. Das kann aber auch gut daran gelegen haben, dass ich blind daran vorbeigelaufen bin, weil wir uns (besonders mein Mitstreiter) eher für die Dinos und Meeressaurier interessiert haben. Es gab definitiv eine Biologieabteilung, die wir uns grob angeguckt haben, aber ich sah eben nichts zu unseren Vorfahren. Müsste es eigentlich gegeben haben. Das klingt doch schwer nach einem erneuten Besuch?


Darwin und ich sind Bros, yo.

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Hauptstadt Gourmande

Wie versprochen, wollte ich euch auch noch auf meine kleine kulinarische Reise durch Berlin mitnehmen. Sehr „abenteuerlich“ ist es sicherlich nicht geworden, aber ich habe zumindest zwei neue Lieblingscafés entdeckt – und auch der Rest konnte sich gut sehen lassen.

Ganz vorne weg trampelt natürlich das Goodies (dessen Website ich übrigens scheußlich finde… genauso wie die Tatsache, dass sie keine Facebook Fanseite haben, sondern man sie dort nur „befreunden“ kann. Ja, nee, klar, ich lasse ein ganzes Café alle meine Einträge lesen…).

Das Beste sind dort mit Abstand die Kaffeebecher zum Mitnehmen. Was nicht heißt, dass der Rest scheiße ist (ganz im Gegenteil!!), sondern, dass diese einfach nichts, aber auch gar nichts, überbieten kann. Schaut sie euch an! Ich gebe es ja gerne zu, ich konnte ihn nicht wegschmeißen und er steht jetzt hier zu Hause auf meiner Kommode. Jawoll.

Als erstes angefreundet habe ich mich dort aber mit diesem Pfefferminztee. Den kenne ich schon zur genüge aus der Ankerklause (zu der ich es dieses Mal nicht hingeschafft habe! Sad face!) – frische Pfefferminzblätter mit Wasser aufgebrüht. Er schmeckt soo viel besser und frischer als alle anderen Pfefferminztees! Möchte ich auch gerne mal zu Hause machen. Dazu möchte ich mir aber keine einzelnen Pfefferminzblätter kaufen, also muss das warten, bis ich mein eigenes Minzpflänzchen habe. ❤

Insgesamt war ich glaube ich viermal im Goodies, innerhalb einer Woche. Das sagt ja schon genug, oder?


Birnen-Schokomousse Torte. So lecker. So toll.


Und die Bagels sind auch genauso lecker wie sie aussehen. Wobei dieser hier ein etwas seltsamer Laugenbagel war, worauf ich irgendwie nicht vorbereitet war. Aber trotzdem gut.

Außerdem ganz neu entdeckt, da auch erst am 11.03. eröffnet, ist das freckles. Ein veganes Café in der Bergmannstraße – oder, besser gesagt, an der Bergmannstraße, die Seitenstraße gegenüber vom Ararat (btw: best „Schreibwaren“-Laden ever!) rein. Und was soll ich sagen; auch hier war es Liebe auf den ersten Blick. Genauso wie das Goodies (hups, das hab ich ja auch noch gar nicht gesagt) haben sie täglich wechselnde Kuchenangebote. Außerdem auch etwas täglich eine neue Quiche und eine Suppe im Angebot. Und alles vegan!


Ein Sahne/Nusskuchen. Wobei Sahne dann natürlich mit veganem Ersatz… ersetzt wurde. Dieser schmeckte ein bisschen wie flüssige Marshmallows – nur nicht so quietschsüß. 😀 Und sowieso, der Kuchen war T-O-L-L!

Das nächste Mal war mir dann mal nicht nach Kuchen (ja, das passiert auch…).


Also gab es für mich eine Zucchini-Quiche! Und auch sie war superlecker, wobei mir die Quiche, die meine Freundin J. am anderen Tag gegessen hatte, besser gefallen hat. Champignons!

Auf einem Spaziergang durch den Simon-Dach-Kiez habe ich mit einer Freundin dann auch noch einen Burritosladen entdeckt, der an dem Tag aber leider zu hatte (und wir außerdem schon mit Kuchen vollgestopft waren). Also hab ich ihn mir (mehr oder minder gut) gemerkt, und habe es dann mangels anderer Pläne an einem anderen Tag zwei weiteren Freunden vorgeschlagen. Also auf ging’s zu No Hablo Español in die Kopernikusstraße. Ich hab’s erstmal nicht gefunden und hatte ein verdammt schlechtes Gewissen, meinen Freunden Lust auf Burritos gemacht zu haben und ihnen dann nichts bieten zu können. Aber soo einen schlechten Orientierungssinn habe ich dann doch nicht und habe es doch noch wiederentdeckt!
Und obwohl ich (zumindest meiner Erinnerung nach) immer noch etwas von den Mission Burritos in England verwöhnt bin (best. burritos. ever.), habe ich bei NHE immerhin doch ein ganz gutes deutsches Äquivalent gefunden.


Das Foto ist jetzt nicht das allerhübscheste, weil ich den Burrito anknabbern musste, damit man überhaupt was vom Inhalt sah aber… lecker war’s. Was ihr hier seht, ist der „Basic Burrito“ – der billigste. 😛

Zu guter Letzt war ich dann noch mit zwei Freundinnen am vorletzten Tag am Schlesischen Tor, und da sind wir bei Salon Schmück gelandet. Mittendrin wurde mir der Laden etwas suspekt, weil wir definitiv im Nichtraucherbereich saßen (und neben eine Tür in den Raucherbereich führte), die Bedienung dann aber trotzdem irgendwann anfing, bei uns Aschenbecher zu verteilen und alle munter anfingen zu qualmen, aber da hab ich dann auch nichts mehr gegen gesagt. Komisch ist es trotzdem.


Die gegrillten Sandwiches waren so oder so toll. Mit Tomate, Mozzarella und Tomatenpesto. Mjam. 🙂

Und das war’s so weit auch schon fast von meinem kleinen Fressausflug in Berlin. Ich habe auch noch weitere Kuchen- und Teefotos vom Goodies, aber ich denke es reicht. Zu guter Letzt bekommt ihr jetzt nur noch ein Foto von einem leckeren Frozen Yogurt vom Wonderpots an der Friedrichstraße. Ich hatte die kleinste Größe und der Pott war trotzdem riiiiesig!

Macht’s gut! 😉

Hauptstadtfieber

Nachdem ich, wie ich so gerne gesagt habe, „eine ganze Schwangerschaftszeit lang“, also neun Monate, nicht in meiner Lieblingsstadt war, habe ich mir letzte Woche einen Berlin Trip gegönnt. Und ich habe nach langer Zeit mal wieder gemerkt, wie sehr mir diese widersprüchliche Stadt fehlt. Glamourös und dreckig, frech und elegant. Berlin hat alles. Für jeden.

Mittlerweile habe ich traurigerweise für mich herausgefunden, weil es mit mir und Berlin damals nicht geklappt hat – drei Monate habe ich es „ausgehalten“. Natürlich waren die ausschlaggebensten Faktoren keine, die mit Berlin direkt zu tun hatten. Trotzdem merke ich, dass Berlin mich schnell „überreizt“. Zuviele Eindrücke, die auch wenn die Stadt zum Alltag wird immer noch neu sind, die verarbeitet werden müssen. Wenn ich für eine Woche da bin und wirklich nichts anderes zu tun habe als die Stadt und meine Lieblingsmenschen dort zu genießen, dann geht das alles perfekt. Aber wenn die Stadt in den Hintergrund rückt und der Alltag das wichtige ist? Zumindest momentan habe ich nicht das Gefühl, dass ich dem gerecht werden könnte.

Stellt sich die Frage, ob so etwas in einer anderen, zufälligerweise auch nochmal mehr als doppelt so großen Stadt einfacher oder anders wird. Wenn alles glatt läuft, werde ich schließlich bald für ein Jahr in London oder Umgebung landen.

Meine Überforderung habe ich in Berlin dann auch gleich innerhalb der ersten 15 Minuten nach Ankunft unter Beweis stellen dürfen: mir wurde mein Portemonnaie geklaut. Ganz ehrlich, sowas ist mir noch nie passiert. Ich bin zwar Miss Zerstreutheit in Person, aber trotzdem passe ich auf meine Sieben Sachen eigentlich schon sehr gut auf. Naja. Einmal nicht,  und schwupps, weg. Immerhin ist gegen Ende der Woche das Portemonnaie samt Inhalt wieder aufgetaucht – allerdings natürlich ohne Bargeld.

Trotzdem habe ich es mir in Berlin gutgehen lassen. Zum Beispiel habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben Macarons gekauft. Erst wollte ich sie im überall bekannten Galeries Lafayette in der Friedrichstraße holen; dann dachte ich mir allerdings, lassen wir die Lafayette mal in Paris, und habe auf den Vorschlag meiner Freundin gehört: Mamsell Berlin, ein süßes kleines Café nahe der Eisenacher Straße. Sie hatten auch eine interessante Kuchenauswahl, die wir aber links liegen ließen. Angestiert habe ich dafür die Auswahl teurer französischer Schokoladentafeln – und eben die Macarons.

Wundervolle neue Cafés habe ich in Berlin auch entdeckt … aber dazu vielleicht ein Extra-Eintrag. Sonst wird es hier zu lang. 😉